Industrielles Gartenreich
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 1990 

Tagung zur lokalen Ökonomie am Bauhaus, Auseinandersetzung mit Alternativen zur globalen Ökonomie und dem wirtschaftlichen Einigungsprozeß Deutschlands
 


 1993 

Gründung der Arbeitsgemeinschaft lokale Ökonomie und regionale Erneuerung
 


 1994 

Internationaler Kongreß »Wirtschaft von unten« am Bauhaus Dessau - Gründung des Europäischen Netzwerkes lokale Ökonomie
Aufbau des Bauhaus-Forums Nachhaltige Regionalentwicklung (erste Tagung in Brüssel)
Herausgabe der Zeitschrift »nursery«
 


 1995 

Nach der Stillegung der Filmfabrik (15.000 Beschäftigtearbeitslos) Beginn mit dem Projekt »Neue Arbeit Wolfen«
 


 1996 

Kongreß »Soziale Ökonomie« in Liverpool - Vorstellung der Bauhausprojekte
 


 1997 

Gründung des Vereins »Neue Arbeit«
Vorbereitung eines Experiments zur regionalen Tauschwährung
 


 1998 

Eröffnung der ersten Aufbaustufe des »Hauses der Eigenarbeit« in Wolfen (mit Unterstützung von »anstiftung« München)
 


 1999 

Start mit »ReWir 2000« - regionale Tauschwährung
 

Neue Arbeit
Windkanal der ehemaligen Junkerswerke, Dessau 1997

für eine »erweiterung«
der ökonomie

Arbeit heißt das Problem Nr. 1 der modernen Gesellschaft - das heißt, die fehlende Erwerbs- arbeit in den Industrie-Staaten. Dauer- und Massenarbeitslosigkeit über 20% kennzeichnen den radikalen Wandel in den Industrieregionen der Welt, die im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert entstanden waren.

In Ostdeutschland verlief der Wandel, der woanders Jahrzehnte beanspruchte, zwischen 1990 und 1995 im Zeitraffer: mit dem Bergbau, den chemischen Werken und der Energiewirtschaft wurden ganze Industriezweige stillgelegt.
Die massenhafte Reduzierung der industriellen Erwerbsarbeit zwingt zu radikalen Überlegungen zum Thema Arbeit. Neue Wege einer »mixed economy« sind notwendig: Neben dem privaten und dem öffentlichen Sektor scheint ein neuer, ein dritter Sektor lokalökonomischer Art erforderlich. Genossenschaften, Tauschsysteme (»Zweitwährungen«), Misch- modelle von Erwerbs- und Eigenarbeit, Nachbarschaftshilfe und Gemeinwesen arbeit ... das Spektrum einer an den lokalen/regionalen Bedürfnissen orientierten Arbeit, die nicht nur über den Markt allein realisiert werden können, ist groß.

Zwei Beispiele:

Kreativ-Zentrum Wolfen / K.I.E.Z. e.V. Dessau: Diese Zentren sind Werkstatt- häuser für Eigenarbeit, aber auch Gemeinwesenszentrum und Ort für kulturelle sowie künstlerische Aktivitäten: Medien-, Tischler- und Metallwerkstatt, Café, Obst-, Gemüse-, Blumengarten, Videostudio, Tauschring, Amateurbühne, Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften ... Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es um die Befriedigung lokaler Bedürfnisse auf der Grundlage lokaler Ressourcen geht. Eine neue Arbeit entsteht nach dem Abschied von den Zwängen der alten Industriearbeit.  

»ReWir 2000«: Erfahrungen in den zahlreichen Tauschringen haben gezeigt, dass die Einführung von lokalen oder regionalen Verrechnungseinheiten - »Zweitwährungen« - die Wirtschaftsleistung in der Region fördert. Partner tauschen über diese Verrechnungseinheiten, auf die keine Zinsen fällig werden, Gegenstände und Dienstleistungen ihrer Mitglieder aus. ReWir 2000 beginnt, die Grundideen der Tauschringbewegungen (bundesweit gibt es über 200) in einem großflächigen Experiment zu realisieren.
 
Wüste oder Mondlandschaft?

projektbearbeiter/in:
Babette Scurell, Harald Kegler
partner / externe bearbeiter:
Europäisches Netzwerk für lokale Ökonomie
Center for New Work; Flint, USA
Arbeitskreis Vorsorgendes Wirtschaften
Bauhaus-Forum für nachhaltige Regionalentwicklung
urban consult GmbH
Verein Neue Arbeit e.V.
Europäische Tauschringinitiativen


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